Der psychologische Effekt der Gegenwartspräferenz führt dazu, dass Beschäftigte unmittelbare Aufwände von Schutzmaßnahmen höher bewerten als zukünftige, unsichere Unfallfolgen. Dieses Phänomen verstärkt sich, wenn unsicheres Verhalten wiederholt ohne negative Konsequenzen bleibt. Die reine Wissensvermittlung durch Unterweisungen kann diesen Mechanismus nicht automatisch überwinden.
Für die Praxis: Fachkräfte für Arbeitssicherheit sollten Unterweisungen nicht nur auf Wissensvermittlung ausrichten, sondern auch die unmittelbaren Handlungshürden reduzieren – etwa durch bessere Verfügbarkeit von PSA oder optimierte Arbeitsabläufe. Kontrollmaßnahmen und Schutzvorschriften sollten kontinuierlich beibehalten werden, auch wenn Zwischenfälle ausbleiben, um die Routinisierung unsicherer Verhaltensweisen zu unterbrechen.
Quelle: SiFa-flex Blog
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