Führungskräfte entwickeln häufig Angst vor Fehlentscheidungen, die nicht allein auf mangelnde Erfahrung zurückgeht, sondern aus dem Zusammenspiel psychologischer Prozesse, organisatorischer Erwartungen und persönlicher Verantwortung entsteht. Die Verlustaversion, emotionale Gewichtung früherer Fehler und perfektionistische Ansprüche führen oft zu Entscheidungsverzögerungen oder -blockaden, die wiederum neue organisatorische Unsicherheiten schaffen. Eine Unternehmenskultur, die Fehler sanktioniert, verschärft diesen Effekt erheblich.
Für die Praxis: Arbeitssicherheits-Fachkräfte sollten diese psychologischen Muster bei der Beurteilung von Führungsverhalten berücksichtigen und bei der Gestaltung von Sicherheitsmaßnahmen ein Klima schaffen, in dem Entscheidungsunsicherheiten offen kommuniziert werden können. Eine konstruktive Fehlerkultur – auch in Gefährdungsbeurteilungen und Maßnahmenplanungen – reduziert sowohl psychische Belastung als auch Entscheidungsblockaden. Regelmäßige Reflexion von Entscheidungen ohne Schuldverschiebung unterstützt realistische Risikowahrnehmung.
Quelle: SiFa-flex Blog
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