Der Status-quo-Bias beschreibt die psychologische Neigung, Bestehendes gegenüber Veränderungen zu bevorzugen – auch wenn sicherere Alternativen verfügbar sind. Im Arbeitsschutz führt dies dazu, dass unsichere Arbeitsweisen zur Norm werden, wenn sie lange Zeit folgenlos praktiziert wurden. Dies ist kein bewusstes Regelbrechen, sondern ein kognitiver Mechanismus, der Sicherheitsmaßnahmen unterläuft und verstärkt wird durch informelle Gruppennormen und persönliche Erfahrung.
Für die Praxis: Sicherheitsfachkräfte sollten Unterweisungen nicht nur auf Wissensvermittlung beschränken, sondern gezielt hinterfragen, welche informellen Praktiken im Betrieb existieren. Bei Gefährdungsbeurteilungen ist zu prüfen, ob etablierte Arbeitsweisen kritisch hinterfragt oder als bloß ‚bewährt' akzeptiert werden. Besonders wichtig: erfahrene Beschäftigte als Multiplikatoren gewinnen, da deren Vorbild stärker wirkt als formale Vorgaben.
Quelle: SiFa-flex Blog
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