Der Normalitätsbias ist eine kognitive Verzerrung, bei der Menschen ungewöhnliche oder bedrohliche Entwicklungen zunächst anhand vertrauter Erfahrungen bewerten und dadurch Warnsignale unterschätzen. Dieser psychologische Mechanismus führt dazu, dass zwischen der Wahrnehmung einer Gefahr und einer angemessenen Reaktion wertvolle Zeit verstreicht. Besonders in Notfällen, Evakuierungen und anderen Krisensituationen kann diese Verzögerung erhebliche Konsequenzen haben.
Für die Praxis: Bei der Gefährdungsbeurteilung und Notfallplanung sollten Sicherheitsverantwortliche bewusst hinterfragen, ob Warnsignale tatsächlich ernst genug kommuniziert und priorisiert werden. In Unterweisungen zu Notfallverfahren (etwa Evakuierung) ist es wichtig, explizit zu adressieren, dass Unsicherheit und Mehrdeutigkeit von Gefahren normal sind – und dass frühe Maßnahmen auch ohne vollständige Sicherheit erforderlich sein können. Regelmäßige praktische Übungen trainieren, diese kognitiven Verzögerungen zu überwinden.
Quelle: SiFa-flex Blog
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