Wiederholte Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ohne unmittelbare sichtbare Folgen führen häufig zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Exposition. Diese psychologische Gewöhnung entsteht, obwohl sich die stofflichen Eigenschaften und Gefährdungen nicht verändern. Besonders problematisch ist die zeitliche Verzögerung zwischen Exposition und möglichen Gesundheitsfolgen, die technische Messungen und Fachkompetenz zur Beurteilung unverzichtbar macht.
Für die Praxis: Gefährdungsbeurteilungen sollten gezielt die Gewöhnungseffekte bei etablierten Prozessen hinterfragen und nicht auf subjektive Erfahrung von Beschäftigten verlassen. Unterweisungen müssen die unsichtbaren Expositionswege (Stäube, Dämpfe, prozessbedingt entstehende Stoffe) betonen und regelmäßig kontrollieren, ob Schutzmaßnahmen tatsächlich konsequent angewendet werden – insbesondere bei erfahrenem Personal.
Quelle: SiFa-flex Blog
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